Erst Geiz, dann GammelÞ
Deutsche Großmärkte: Lebensmittelskandale
sind logische Folge von Billigpreisstrategien

Branchenexperten sind sich sicher: die aufgedeckten Skandale sind keine Einzelfälle - Neue Sehnsucht nach Qualität

 Wir beobachten seit langem mit Sorge die Verschlechterung des Angebotes für die Verbraucherinnen und Verbraucher im organisierten LEH¿, erklärt Andreas Foidl, Vorstand des Großmärkte-Verbandes GFI.  Zunächst stirbt die Vielfalt der Sortimente, da sich Niedrigpreise nur bei standardisierten Massenprodukten durchsetzen lassen. Als zweites stirbt die Qualität.¿ Die Verflachung der Sortimente zu Gunsten der Billigware führt z.B. dazu, dass in Südeuropa Plantagen mit Qualitätsobst (Orangen, Melonen) abgeholzt und durch Billigobst für deutsche Discounter ersetzt werden.

 Die aktuellen Lebensmittelskandale zeigen einmal mehr die fatalen Folgen von Billigpreisstrategien. Diese Spirale muss endlich gestoppt werden¿, mahnt Foidl.  Frische Lebensmittel sind Vertrauensprodukte. Sie werden aufgrund ihrer Wichtigkeit aber preislich missbraucht. Wenn der Handel selbstverschuldet auf die Wertschöpfung verzichtet, kann die Qualität auf Dauer nicht aufrechterhalten werden.¿

Vertreten durch ihren Verband GFI unterstützen die Deutschen Großmärkte deshalb die Pläne der Großen Koalition, Preis-Dumping verbraucher-, wirtschafts- und rechtspolitisch zu bekämpfen. Der Schutz der kleineren Lebensmittelgeschäfte und der Wochenmarkthändler und damit des Wirtschaftsfaktors Mittelstand muss gewährleistet sein. Dieser erleidet durch die Aktionen der großen Einzelhandelsketten häufig existenzgefährdende Wettbewerbsnachteile.

In das laufende Gesetzgebungsverfahren zur Novellierung des Kartellrechts ist GFI als Fachverband aktiv eingebunden.  Unsere Gespräche mit Vertretern aus den Ministerien für Verbraucherschutz und Wirtschaft bestätigen uns in unserem gemeinsamen Auftrag, dem Verbraucher Vielfalt und Qualität von Frischeprodukten zu garantieren¿, gibt sich Foidl zuversichtlich.  Das Thema Qualität ist wieder im Kommen. Und der verunsicherte Verbraucher kann die Lösung des Problems eigentlich selbst in die Hand nehmen è mit einer Entscheidung für den Einkauf im Facheinzelhandel, d.h. in Lebensmittelfachgeschäften und auf Wochenmärkten. Dort kann er seine neue Sehnsucht nach sicheren Produkten und verantwortungsvollen Anbietern, die für ihre Ware noch gerade stehen, problemlos erfüllen.¿

Quelle: GFI Pressemitteilung vom 14.09.2006

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